Interview mit Rebecca Maly zur “Südsternjahre”-Saga

Autorenfoto_Rebecca_Maly©Elm_HaßfurthLiebe Rebecca, Deine neue Romanreihe „Südsternjahre“ erzählt die bewegende Lebensgeschichte der jungen Britin Florence, die ihrer Leidenschaft und ihrem Interesse an fernen Ländern und Kulturen nicht frei nachgehen kann. Um eine Forschungsreise nach Australien unternehmen zu können, geht sie eine Zweckehe ein. Was erwartet Florence auf ihrer Reise?

Für sie geht ein Traum in Erfüllung. In der Wildnis ist sie nicht mehr so sehr den Konventionen ihrer Zeit unterworfen. Statt immer nur Assistentin ihres Vaters zu sein, kann sie endlich ihre eigenen Forschungen betreiben und beweisen, dass sie es mit ihren männlichen Kollegen aufnehmen kann. Aber die Natur bringt sie auch an ihre Grenzen. Außerdem lernt Florence Aborigines kennen und erfährt viel über diese fremde und sehr faszinierende Kultur. Mit ihrem Mann verbindet sie eine Freundschaft und der gemeinsame Forscherdrang, doch durch einen verhängnisvollen Flirt bringt sie beides in Gefahr.

Du hast bereits einige Romane veröffentlicht, die in fernen und wunderschönen Ländern spielen. Neuseeland, Chile und nun Australien. Wie kam es, dass du dich bei deiner aktuellen Saga für das Land der Gegensätze entschieden hast?

Es schien wie eine natürliche Ergänzung. Wenn man sich viel mit Neuseeland auseinandersetzt, begegnet man Australien, seiner Natur und den Menschen immer wieder. Irgendwann war meine Neugier so groß, dass sie in ein Buch verpackt werden musste.

Deine Romane sind allesamt so detailreich und traumhaft beschrieben, dass sich Deine Leser direkt in die Zeit und den Ort hineinversetzt fühlen. Hast Du die Orte Deiner Romane alle bereits selbst bereist oder woher nimmst Du die Eindrücke dafür?

Ich reise viel, wenngleich ich nicht in allen Ländern war, über die ich geschrieben habe. Für mich ist wichtig,  die einzelnen Landschaftstypen zu kennen. Ich bin bereits durch Macchien gestreift, bei glühender Hitze auf Wanderdünen gestiegen, habe Salzseen erwandert und weite Eukalyptuswälder mit allen Sinnen erlebt, auch wenn dies nicht am Handlungort des Romans war. Die Naturbeschreibungen ergänze ich mit Besuchen in Botanischen Gärten und Völkerkundemuseen, sowie alten Reiseberichten und Tagebüchern.

In jedem Deiner Romane findet man starke Frauenfiguren, die sich gegen die Widrigkeiten der damaligen Zeiten behaupten und für ihre Träume kämpfen. Was inspiriert Dich zu Deinen Charakteren? Hast Du dabei Vorbilder?

Für „Südsternjahre“ habe ich mich sehr mit der Naturkundlerin Amalie Dietrich beschäftigt, die im Neunzehnten Jahrhundert ebenfalls in Australien war. Doch da sie auch Knochen und Häute von Aborigines für Museen sammelte, kam sie als Protagonistin nicht infrage. Sie verkörpert eher die Schattenseite des europäischen Wissensdrangs und die Arroganz mit der man den ‘primitiven Völkern’ gegenübertrat.

Wenn Du nicht gerade über traumhafte Länder schreibst, arbeitest Du als Archäologin und gräbst neue „alte“ Geschichten aus. Was hast Du schon alles wo gefunden und hast Du eine Lieblingszeit aus der Vergangenheit?

Ich habe mich schon quer durch die Geschichte des Ruhrgebiets gegraben, von der Steinzeit bis zu einer frühen Zeche war alles dabei. Derzeit sind es vor allem römische Fundstätten. Siedlungen und Militärlager. Ich würde gerne mal an einer wikingerzeitlichen Grabung mitarbeiten.

In diesem Jahr wurdest Du mit dem DeLia Literaturpreis ausgezeichnet – herzlichen Glückwunsch! Ebenso wie die liebevollen Romane liegt Dir aber die blutige Fantasy am Herzen und Du veröffentlichst unter Deinem eigentlichen Namen Rebekka Pax Spannungsliteratur. Was begeistert Dich an den jeweiligen Genres?

Dankeschön. Ich reise leidenschaftlich gerne und ich bin neugierig auf andere Menschen und Kulturen. Außerdem kann ich bei historischen Romanen meinem eigenen Forscherdrang nachgehen.

An der Fantasy begeistert mich das genaue Gegenteil. Ich kann eigene Welten erschaffen. Als Regeln existieren nur die, die ich selber setze. Trotzdem fließen auch hier Elemente aus meinem Geschichtsstudium ein. Ich mag den Nervenkitzel beim Schreiben von spannungs- und actiongeladenen Szenen und es meine Figuren an physische und psychische Grenzen zu treiben.

Erzähl uns und den Lesern doch ein bisschen aus Deinem Schriftstellerinnenalltag – wie sehen 24h im Leben der schreibenden Rebecca Maly aus?

Ich stehe um sieben auf und fange direkt an zu Schreiben. Mittags mache ich eine längere Pause, ich koche gerne und ausgiebig. Danach schreibe ich meist noch zwei Stunden bevor ich zu einem langen Spaziergang aufbreche, ausreite oder bouldern gehe. Abends recherchiere ich oft noch ein wenig oder überarbeite ein Manuskript.

Im vergangenen Jahr erschien bei Edel Elements deine Neuseeland-Saga „Tausend Wellen fern“, nun Deine Australien-Saga „Südsternjahre“. Gibt es schon weitere Titel und Projekte auf die sich Deine Leser freuen können?

Nächstes Jahr im Sommer geht es mit Das Lied des Paradiesvogels ins historische Papua Neuguinea, da freue ich mich schon sehr drauf.

Unter Rebekka Pax erscheint ab dem 7. September mein Vampir Zyklus Codex Sanguis. Über drei Staffeln mit insgesamt  fünfzehn Folgen entführe ich meine Leser in die finstersten Winkel des nächtlichen Los Angeles. Einer Stadt die mir zur zweiten Heimat geworden ist.

 

 Rebecca Maly Südsternjahre 1-5


 

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